ein schrecklich langes ende….methadon und benzos..6ter und letzter teil^^ später frühling/früher sommer 2002

schock….ich komme wie jede woche zu meinem doc um mein metha zu holen und habe eigentlich sogar recht gute laune….und eher beiläufig eröffnet mir die sprechstundenhilfe das in 10 wochen ende ist mit methadon….kann mich bitte mal jemand kneifen…das ist doch ne mischung aus bösem traum und aprilscherz…scheisse…eigentlich muss ich nur meine ladung für die woche mitnehmen…aber jetzt erst mal rein zum doc um diesen doch ziemlich üblen scherz aufzuklären…..die zeit im wartezimmer kriecht vor sich hin…ich bin ziemlich durch den wind…kann meine gedanken nicht wirklich ordnen…irgendwie bin ich so in gedanken versunken das ich kaum bemerke das ich aufgerufen werde                                                                                                                                                                                                                                                                                              mein doc eröffnet mir das es immer schärfere gesetzesänderungen gibt und er das aufwandsmäßig überhaupt nicht realisieren kann……er schließt nicht aus das sich mal wieder was ändern wird aber bis dahin ist er raus aus der substi…und dummerweise seine kollegen hier im umkreis auch….fuck…das bedeutet in ca 10 wochen stehen verdammt viele leute ohne methadon da…ich kriege n anfall…verlasse ziemlich angepisst die praxis und fahre schnurstracks zu flecki um mit ihm zu bequatschen wie es jetzt überhaupt weiterläuft…flecki und zara haben das auch erst vor einer std erfahren…zara holt meistens am gleichen tag wie ich ihr metha und war kurz vorher beim doc…ratlosigkeit macht sich breit…ich habe unterwegs ganz vergessen mich gesund zu schießen…also drücke ich mir bei flecki im wohnzimmer erst mal ne dicke ladung.

was jetzt…zara hängt schon am telefon und ruft alle ärzte in der gegend an…nix zu machen…diejenigen die substituiert haben hören fast alle auf…oder sie haben ihre patientenkapazität erreicht….na toll…ich schmeisse mir vor freude noch zwei oxas und nach ner halben std beruhige ich mich erst mal ein wenig……irgendwas wird sich schon tun.

am nächsten tag sitze ich..ohne termin…in der dropse…und schildere mein problem…..frage nach ärzten oder möglichkeiten…und bekomme die glorreiche antwort…momentan sieht´s mit ärzten mau aus….gehen se in die entgifte…oder sehen sie zu wie sie klar kommen..wir können ihnen nicht helfen…bitte was…leute..ihr seid die verdammte suchthilfe…aber danke für die anregungen…vollidioten…am anfang meiner karriere gebt ihr meiner mutter den rat ich muss erst mal auf die fresse fallen…dann würde ich mir hilfe suchen..ok…ich liege auf der fresse..und suche hilfe…und der verein der tollen ratschläge hat nix besseres auf lager als diese spackosprüche…..in mir wächst ein gefühl der wut und der auswegslosigkeit…der verzweifelung..und die zeit rennt mir auch noch durch die lappen…was für eine scheisse…ich verlasse die drobse..nicht ohne dem lustigen berater meine meinung über ihn und den caritativen verein kund zu tun…fahre auf den nächsten parkplatz und heule fast ne halbe stunde meinen ganzen verdammten hass und meine mutlosigkeit und angst aus mir heraus.

das darf oder kann oder was weiss ich doch alles nicht wahr sein…fast 2 jahre hab ich kein heroin mehr angepackt…bin auf fast 20ml methadon und auf oxazepam..und in n paar wochen ist ende…der arzt ist zwar absolut nett..kümmert sich aber n dreck darum was mit uns passiert…absetzpläne gibt es nicht…keine sau hilft einem…der nächste substidoc wäre 35km entfernt..bedeutet die erste zeit 70km täglich…und dazu hat er wartezeiten….eine absolute katastrophe.

nachdem ich mich ausgeheult habe fahre ich erst einmal wieder richtung zu hause und rufe bei flecki an…mal hören ob die was herausgefunden haben….ergebnis gleich null…..also schieße ich mich erst einmal total ab…drücke mir so viel metha das ich kurze zeit später in unserem wohnzimmer sitze und nach luft japse….wegdöse..und mir alles was ich noch an flüssigkeit im körper habe in form von schweiß aus den poren quillt…gott sei dank bekomme ich von dem tag nicht mehr viel mit…sonst würde ich wahrscheinlich frau dr. b gerecht werden und amok laufen..

jetzt hätte der vernünftige user wahrscheinlich angefangen sich schritt für schritt runter zu schrauben…also zu versuchen am judgement day auf einer ziemlich niedrigen dosis zu hause zu sitzen und den rest dann einfach affig zu ertragen…..aber hey..ich bin kein vernünftiger junk…(auf jeden fall war ich das zu diesem zeitpunkt nicht)…solange was da ist lautet die devise es wird platt gemacht…und wenn ich am ende des tages in der scheisse ersaufe bin ich wenigstens dicht…( wie schnell ich in diesem modus wieder drinstecke zeigte mir vor kurzem mein kleines fentanyl-experiment…na ja..andere story)…

die nächsten wochen verbringe ich in nem absolut gedämpften zustand…sammele benzos zum runterkommen vom metha…quatsche ner nachbarin die seit 2 jahren vergammelten tramal-pullen ihres verstorbenen mannes aus der tasche..und richte mich auf n paar ziemlich beschissene tage ein.

zwischenzeitlich fragt mein ehemaliger chef bei mir an ob ich nicht aushilfsweise wieder arbeiten könne….und da ich eh gefahr laufe in das komische harz ding zu rutschen sage ich zu.

am nächsten tag stehe ich also wieder…nach ca 1,5 jahren in der backstube….mit ziemlich zerstochenen armen..aber scheiß drauf..hier kennen mich ja die meisten….und irgendwie sind die auch froh..bei dem chronischen arbeitskräftemangel…das ich wieder da bin…und ich bin froh das ich etwas ablenkung habe und nicht nur grübeln muss wie es weitergeht…und geld hilft natürlich auch ganz gut zum überleben..ich bin eh chronisch pleite.

nachdem ich ein paar tage gearbeitet habe fragt mich doch tatsächlich mein cheff ob ich nicht wieder..zumindest in teilzeit..in der backstube anfangen möchte zu arbeiten……ich erkläre ihm meine derzeitige situation..berichte ihm das ich zuerst vom methadon runter muss..wann ich damit anfange und dann..so vier bis sechs wochen später sei ich wieder voll einsatzfähig…hoff ich…und bitteschön er soll mir nicht mit so einem blödsinn wie teilzeit kommen..ich fange wenn dann wieder vollzeit an oder gar nicht…(btw..einer der großen fehler meines lebens^^)……der herr arbeitgeber zeigt sich zufrieden und die sache läuft..eigentlich.

die letzte ladung…fuck…alles suchen nach substiärzten hat nix gebracht…entweder zu weit entfernt..programm voll…mit substi aufgehört oder absoluter arscharzt

also fahre ich am letzten tag ziemlich früh morgens noch einmal zu meinem doc…laber ihm noch den rest meines in der praxis gelagerten methadonvorrats aus der tasche…immerhin noch ca 200ml…ne packung oxazepam und gute wünsche gibt er mir auch noch mit auf den weg…und ich verlasse die praxis. so ähnlich müssen sich leute fühlen wenn sie im todestrakt zur giftspritze geführt werden..denke ich so im stillen bei mir…fahre erst einmal auf meinen methaballerplatz und mache mir nen ziemlich übertriebenen druck. wenn wa schon untergehen dann richtig.

nachdem ich die dröhnung von ca 20ml verdaut habe..inklusive kotzen und allem was dazugehört…fahre ich nach hause und schieße mir gleich noch mal 5ml hinterher. gott sei dank muss ich ab heute nicht mehr arbeiten….würde eh nix mehr bringen….ich sacke irgendwie auf dem sofa zusammen und glotze irgendeine daherflimmernde scheiße im tv…nix was mich ablenkt..nix was mir irgendwie freude macht.

telefoniere später etwas rum und schaffe es noch nach kb zu flecki zu fahren um mir was zu rauchen zu organisieren. flecki und zara geht es ähnlich wie mir..keiner hat nen plan wie es weitergeht…keiner hat die möglichkeit irgendwas zu ändern. wir sind am arsch. die zwei wollen zumindes versuchen im krankenhaus zu entgiften…aber nicht in der klappse sondern in ner normalen klinik…manche krankenhäuser machen sowas auch auf der inneren…war früher auf jeden fall mal so….aber nee denk ich..muss ich mir nicht geben sowas. ich schaffe das auch zu hause..habe schon anderes hinbekommen und schlimmer als vom codein kann es ja nicht werden….

n paar tage später ist flatline. ich habe es tatsächlich geschafft die 200ml metha in ca 8 tagen zu verballern…komischerweise merkt man das immer erst wenn man die letzte spritze aufzieht was man da für einen bullshit verbockt hat und schaltet vorher sein gehirn komplett aus. warum sollte man sich auch vorher aufregen..reicht doch das man das macht wenn ebbe ist…..habe es grade so noch hinbekommen mir für morgens nen kleinen pitsch aufzuheben und dann ist endgültig ende.

ok…was jetzt??? den ersten und auch den zweiten tag kriegt man rum….das ist wirklich meistens nur ne kopfsache…vor allem wenn die inneren organe nicht mehr mit blut sondern wahrscheinlich schon mit methadon umspült werden. am dritten tag trifft einen  dann der vorschlaghammer….irgendwie kommt der affe über nacht und ich verpenne sogar noch das ekelige hochkrabbeln..wenn einem die vorboten wie tränende augen und gähnen..niesen usw schon ins gesicht lachen und dir mit einem breiten grinsen den mittelfinger zeigen…hier du arsch….jetzt geht’s ans bezahlen..und dieses mal kommste nicht drum herum…..nein..ich wache auf..und renne gleich aufs klo und weiß nicht ob ich scheißen oder kotzen soll. ich entscheide mich für beides…..gott sei dank steht ein eimer griffbereit im bad sonst hätte ich in meinem zustand auch noch meinen mageninhalt vom boden putzen können.

das schlimme an diesem zustand ist nicht das man sich bewusst ist das man irgend ein gift ausschwitzt..auskotzt oder ausscheißt…das schlimme ist das die zeit nur noch in zeitlupe zu laufen scheint während sich der eigene geist überschlägt….zumindest in gewissen phasen des entzuges..aber egal..da muss ich jetzt durch..denke ich mir und lege mich nach meinem badezimmerabenteuer aufs sofa…schmeiße mir zwei oxas…und hoffe auf baldigen wirkungseintritt…nach ein paar stunden bin ich zwar etwas verklatscht…aber noch immer geht es mir genau so beschissen wie nach dem aufstehen….dazu kommen richtig ekelige zitteranfälle…ich hasse dieses frieren..könnte mich in ein lagerfeuer legen und auch wenn meine haut blasen schlagen würde durch das feuer wäre mir wahrscheinlich trotzdem noch kalt…..na ja…ein paar tage halt ich das schon durch…denk ich..und dann ist es überstanden.

schlafversuch die zweite…abends…. ich bin wieder total unruhig…dagegen nehme ich noch drei oxas…chrissi bekommt es langsam mit der angst zu tun bei meinem durcheinander was ich mir einfahre…lege mich ins bett und versuche etwas ruhiger zu werden….klappt bedingt da meine beine verrückt spielen..starke schmerzen..krämpfe und ein unkontrolliertes zucken rauben mir den letzten nerv…ich werfe mich von einer seite auf die andere..strampele mir die bettdecke vom körper…und jammere leise vor mich hin…momentan scheint es mir so als könne nichts die unruheschübe und dieses wiederliche zucken unterdrücken..fuck…so heftig hatte ich das nie…nicht beim heroin..nicht beim codein…und ich bin erst am anfang vom abspecken…oh man…..damit chrissi noch etwas schlaf bekommt stehe ich auf und gehe wieder ins wohnzimmer…ablenken scheint mir das beste zu sein…glotze an..glotze rauf und runter geschaltet…glotze wieder aus….glotze wieder an..so verbringe ich die halbe nacht wimmernd..zuckend und genervt auf dem sofa…..frieren..schwitzen..und im fernsehen läuft nur scheiße..also kann ich mich nicht mal auf andere gedanken bringen….fuck….irgendwie merke ich schon nach den ersten tagen das es nicht wirklich einfach wird von dem mist wieder runter zu kommen…..prima flippy…..wenn wir uns in die kacke reiten dann mit pauken und trompeten..haste klasse gemacht.

ein paar tage..oder stunden..oder wochen später…die tage hält man irgendwie aus…man kann sich etwas ablenken..mit egal was…chrissi ist um mich herum am wuseln…sie hält sich bis jetzt total tapfer….trinkt nichts…und kümmert sich wirklich rührend um mich…trotz meiner teilweise wirklich abscheulichen launen und stimmungsschwankungen…teilweise hänge ich stundenlang im bad…kotze und scheiße mir die seele aus dem vergifteten körper…versuche etwas essbares im körper zu behalten…aber nicht einmal suppe behalte ich im magen…jeder schluck trinken ist eine qual…..noch schlimmer ist diese unruhe wenn man eigentlich zur ruhe kommen möchte…..die letzten nächte bin ich totmüde ins bett gekrochen…schlapp und ausgelaugt…und kaum liege ich geht das zittern und strampeln los.

um dem vorzubeugen fresse ich an diesem abend einen halben riegel oxazepam. und drei rohypnol..in der hoffnung das das geklappere wenigstens etwas weniger wird und ich mal für ein bis zwei stunden pennen kann…denkste..das zittern wird so heftig das ich die unterseite unseres bettes kaputttrampele..und mich im bett dazu noch krümme vor krämpfen…chrissi ruft den notfall-doc. der kommt vorbei..labert irgendeinen müll von wegen „ das hammse nun davon“ und „unverantwortlich sowas zu hause zu machen“ und noch so einigen bullshit mehr..und verschwindet wieder…klasse…die freude war ganz meinerseits…ich dachte wenigstens der hätte mir mal ne packung codeintabs verschrieben…andererseits hätte ich sie mir in meinem zustand wahrscheinlich selber nicht verschrieben….also krümm ich mich lustig weiter… geht auch vorbei…hoff ich.

die nächste nacht wird noch schlimmer..und zudem ist auch noch das rohypnol alle…also nur noch oxas..etwas shit…ne pulle wein (kotz)….baldriantropfen..und 4 pullen tramal….das will ich aber auch nicht wirklich nehmen.

also spüle ich mir ne hand voll oxas mit ner halben pulle wein runter..muss würgen…und rauche mir….direkt nach dem würgen natürlich…eine extrem große wasserpfeiffe…keine gute idee…kiffen wirkt meistens beruhigend…aber in diesem zustand schlägt es ins genaue gegenteil um…meine innerliche unruhe verzehnfacht sich…und ich laufe die halbe nacht wie bescheuert die bude rauf und runter…sobald ich mich setze oder lege fängt mein ganzer körper an zu vibrieren…ich schreie und jammere vor mich hin…würde glaube ich töten für nen fucking kleinen schluck methadon.

chrissi wird es an dem punkt zuviel an dem ich schlapp..übermüdet und zitternd vor unserem bett zusammenbreche…sie ruft den rtw….der soll mich bitteschön sofort auf irgendeiner akutstation einer klappse abliefern..irgendwie bequatsch ich die schon das die mir methadon oder pola geben….unglücklicherweise hab ich zufällig mal glück…denke ich bis dahin zumindest. ein kumpel meines ehemaligen und zukünftigen cheffs hat nachtdienst bei den sanis..wir kennen uns vom sehen..und irgendwie schafft er es den avd von der einzigen irrenanstalt in der ich kein jahr sperre habe zu überreden mich aufzunehmen.

chrissi packt mir schnell noch ein paar sachen ein…gibt mir etwas kohle mit..kippen usw..und los geht’s……die fahrt nervt zwar..aber dank dem netten sani…mit dem ich mich angeregt unterhalte..zumindest so angeregt wie mein zustand es erlaubt…bin ich wenigstens etwas abgelenkt…und in mir keimt die hoffnng das ich spätestens am nächsten tag etwas metha bekomme.

ankunft in der klappse…eine frisch der universität entsprungene dienstarztdrohne begrüßt mich…eher singend als sprechend…..na das wird lustig……die sanis verabschieden sich…eigentlich hätten sie mich gleich wieder mitnehmen können…aber was solls…..versuch macht kluch…vielleicht taugt die ärztin ja doch etwas.

nee..sie taugt nix…verdammter mist. ich schildere ihr meine situation..sie bietet mir ein bett auf der alki-station an…und erklärt mir das es sich nach nun 10 cleantagen nicht lohnen würde mich wieder auf methadon zu setzen…das wäre ja ein rückschritt.^^….das einzige was sie mir anbieten könne wäre halt ein bett auf der alkistation wo ich den rest vom entzug in ruhe überstehen könne….no..thanks….dieses liebenswürdige angebot kann ich nicht annehmen..eher entgifte ich in meinem heimatkaff in der bushütte.

damit ich erst mal was zur beruhigung habe gibt sie mir noch nen riegel aponal..und irgendwas das angeblich gegen das zucken und die krämpfe helfen soll..klasse…ich schwatze ihr noch ne flasche sprudel aus der tasche (ich kann vor lauter fusseln im mund kaum noch sprechen..aber frau doktor frisch von der uni kommt nicht mal auf den gedanken mir freiwillig ein glas mineralwasswe anzubieten) und lasse mir auf transportschein ein taxi bestellen…..an die fahrt nach hause kann ich mich nicht wirklich mehr erinnern…muss an den 5 aponal liegen die ich mir wartender weise noch zusätzlich in die hirse kloppe…mein nächstes problem ist..chrissi hat den schlüssel in der wohnungstür stecken lassen und wird ums verrecken nicht wach…..egal wie laut ich versuche zu klopfen…ich kann ja auch nicht stundenlang im treppenhaus rumpoltern…also entscheide ich..wenn man es denn so nennen kann…einmal etwas fester vor die wohnungstür zu trampeln….vielleicht wirdse ja dann wach.

sie wird wach..durch das komische geräusch das die tür von sich gibt als das holz um das schloß herum splittert….fuck..so feste wollte ich gar nicht treten..aber egal…wenigstens bin ich in der wohnung…..ich erzähle ihr so gut wie es eben geht was in merx (der klappse) passiert ist….sie schlägt die hände über dem kopf zusammen…wir rauchen noch ne kippe und gehen ins bett.

kaum liege ich geht der ganze spuk von neuem los…also noch mehr oxazepam..und wenn es nur für den kopf ist…aber das bringt noch weniger als beim letzten versuch…irgendwann hab ich angefangen die augen zu verdrehen…erzählt mir chrissi zumindest…und bekomme schaum vor dem mund…zittere noch schlimmer als vorher und bin minutenlang nicht ansprechbar…so daß sie den rtw zum zweiten mal ruft.

mein neuer freund der sani kommt zum zweiten mal….lacht sich halb kaputt das die dummer tuse in merx mich wieder nach hause entlassen hat…und bringt mich erst einmal ins krankenhaus im nachbarort……ich werde auf eine liege in der notambulanz gelegt..und sofort falle ich in diesen zitter und wimmerzustand zurück…die notärztin dort versucht zuerst mir einfach eine beruhigungsspritze zu geben…schafft es bei meinem gezappele aber nicht einmal im ansatz mir ne kanüle in die adern zu buxieren…zu guter letzt müssen mich 4 personen auf die liege drücken damit frau doktor mir ne riesenladung diazepam drücken kann.

ich werde auf ein zimmer auf der inneren gebracht..neben mir im bett ein italiener der natürlich in der pizzaria hinter der bäckerei…meinem arbeitsplatz…arbeitet…prima..sonst sieht man keine sau…aber heute..in so einer kranken nacht laufen mir natürlich nur bekannte über den weg….na ja..wenigstens ist es kein schnarchender und furzender opa…das wäre mein untergang…..ich erkläre ihm lallend und total weggeklatscht warum ich hier liege und das er einfach vergessen soll das ich hier bin…er grinst und verspricht es…hat er bis heute gehalten das versprechen.

mitten in der nacht..oder morgens…ich bin irgendwann endlich mal kurz weggedöst….und plötzlich wie aus heiterem himmel falle ich in einen tiefen abgrund…aus dem extremst hochgepumpten krankenhausbett…und schlage hart mit der kanüle die ich im arm habe auf den boden….total verdattert und hellwach vor schmerz versuche ich aufzustehen…und entdecke das ich sogar noch an einen tropf hänge…was soll der mist denn…ich bin affig und sonst irgendwie auch total weggetreten…ok..aber wozu brauch ich unbedingt salzwasser…na ja..hab ich wenigstens was zum nachdenken.

ich schleppe mich zum klo…bekomme wieder durchfall…döse auf der toilette ein…schaffe es grade noch mir den hintern abzwischen und taumele wieder zurück ins bett….den tropfständer fest in der hand..als würde daran ein liter aufgekochtes heroin hängen…bescheuert..aber es tut gut eine nadel im arm zu haben….hat etwas beruhigendes…lege mich hin und falle zurück in meinen gequälten..trance-ähnlichen benzozustand.

weckdienst..und ich kriege absolut nix mit..erst als mir eine schwester ein brötchen und etwas kaffee bringt..was ich dank der nachwirkungen der ganzen beruhigungsmittel mal ausnahmsweise in mir behalte…werde ich wach..und sehe eine ziemlich komisch aus der wäsche guckende zara an meinem bett sitzen…sie erzählt mir das flecki und sie hier im krankenhaus versucht haben kalt zu entgiften…..aha..also hier steckt ihr^^…flecki hat sich gestern anscheinend selber entlassen…das witzige ist..er lag sogar in dem bett in dem ich jetzt grade liege…ich lache mich halbwegs kaputt…das junk-zimmer in der dorfklinik^^…

zara kann selber kaum aufrecht stehen….zittert wie espenlaub und ist ziemlich durch den wind…stammelt mir immer wieder mit tränen in den augen vor was das doch alles für ne scheiße ist..das sie nicht mehr kann und wahrscheinlich auch bald hier abhauen wird…ich versuche sie…soweit das mein desolater zustand erlaubt…etwas zu beruhigen mit diesen tollen kann nur besser werden sprüchen….was besseres fällt mir echt nicht ein..wie auch? wir schleppen uns noch auf den raucherbalkon…rauchen schlotternd vor kälte eine kippe..und verabschieden uns….ich glaube das war das letzte mal das ich zara gesehen habe…das nächste was ich…ein paar tage später…von ihr hörte war das sie irgendwo verschwunden war..tagelang mit irgendwem durch die gegend gezogen ist..und einen rückfall nach dem anderen baute…nach einiger zeit meldete sie sich wieder bei flecki..die beziehung ging in die brüche..und irgendwann kriegte zara die kurve…wie es ihr heute geht…keine ahnung.

bei all dieser zukunftsmusik…geht es ja auch noch bei mir weiter…nach dem frühstück..dem netten besuch und der kippe zittere ich mich zu einer ärztin und bequatsche mit ihr das ich relativ schnell auf irgend ne suchtstation komme um mich wenigstens halbwegs geordnet runterdosieren zu können..sie sagt sie kümmert sich darum….chrissi kommt vorbei und ist froh das ich noch halbwegs lebe….sie bringt mir noch klamotten und etwas kohle…da ja meinerseits die annahme bestand das ich bald in einer 70km entfernten klosterklappse sitze hatte ich die ärztin gebeten bei mir zu hause anzurufen und meine bessere hälfte über mein vorhaben zu informieren…..

irgendwann verschwindet chrissi wieder und in einem weiteren gespräch mit der ärztin wird mir mitgeteilt das ich in ca 2 std mit einem taxi ins kloster h gefahren werde. die station sei informiert und was dann passiert müsse man halt sehen. die ärztin hält das ganze für überflüssig…ich solle doch bitteschön einfach n paar tage die zähne zusammenbeißen..dann wird das schon wieder….ich hab mir die dummheiten ja auch selber ausgesucht….ich kotze vor einsicht….

duschen oder rasieren klappt eh nit…also ziehe ich mich an…suche meine paar klamotten zusammen und will nur noch zum krankenhauskiosk um mir kippen und tabak zu kaufen…ich kenne ja das irrenhaus…die asiatische steppe hat mehr zivilisation als das kaff in nordhessen in dem das lustige gebäude steht…und dort nachmittags..mit ausgangssperre..und auf nem ziemlich üblen affen n päckchen tabak aufzutreiben kann wirklich zum abenteuer werden.

deswegen schleppe ich mich….ganz ohne böse absicht….mit meiner tasche in richtung treppe um meine zwei erledigungen zu machen und dann..unten im eingang auf das taxi zu warten…und genau in dem moment in dem ich die treppe erreiche höre ich einen schrei über die halbe station…“hey herr flippy^^…bleiben sie mal schön hier auf station.!!!“ wtf…leute..ich bin freiwillig hier..ich gehe freiwillig wohin ich will..und am ende des tages könnt ihr mich mal freiwillig vögeln wenn ich das will.

ich diskutiere..so gut ich kann…mit der schwester und einem pfleger über fünf verdammte treppenstufen und ein päckchen tabak und versuche halbwegs ruhig zu bleiben….wie gesagt..ich versuche es….und in mir manifestiert sich der gedanke das es absolut bescheuert war aus lauter methadongeilheit wieder in die klappse zu fahren..

mein neuer entschluss steht fest…ich türme aus dem laden hier…..doch zuerst muss ich diese oberaufmerksamen pfleger loswerden…also verspreche ich denen das ich mich stillschweigend auf mein zimmer verkrieche und die klappe halte…das beruhigt sie etwas und ich habe luft zum atmen.

wärend der übergabe im schwesternzimmer….dem moment wo eh keine sau auf den gängen rumläuft..pack ich meine tasche und flüchte…direkt an dem taxifahrer…der mir auf den treppen entgegen kommt und wahrscheinlich sieht das ich der klappsenkandidat bin…vorbei richtung ausgang…durch diese verkackte allee vor der klinik….direkt an meiner arbeitsstelle vorbei in richtung bahnhof…..in meiner verwirrtheit springe ich ohne zu zahlen in den zug und fahre richtung heimatdorf…zum glück gabs ausnahmsweise keine kontrolle.

was ich natürlich nicht bedacht habe ist..ich muss vom bahnsteig im dorf wo ich wohne noch fast einen kilometer laufen bis ich zu hause bin…kommt nicht wirklich gut wenn man eigentlich zu schwach ist ein blatt papier aufzuheben…und das dann noch mit einer leicht übertrieben gefüllten reisetasche zu bewältigen…chrissi hat es gut gemeint^^…endet fast im straßengraben….ich muss alle paar meter pause machen..mir wird schwindelig und ich habe so langsam das dumme gefühl das mich der rtw gleich wieder einsammelt…und daran hab ich nicht wirklich ein großes interesse.

nach einer gefühlten unendlichkeit komme ich zu hause an..chrissi fällt zum xten mal aus allen wolken…ist aber irgendwie auch froh das ich wieder zu hause bin.

versorge mich zuerst einmal mit oxazepam..und köpfe im anschluss ein fläschen tramal..trinke die hälfte…das zeug schmeckt einfach so scheiße…würge ca ne halbe stunde lang muss mich ziemlich zusammenreissen das ich die ganzen meds nicht wieder auskotze…und lege mich..zu meiner überraschung mal relativ ruhig…auf´s bett….ich merke wie das tramal anfängt zu wirken…und endlich…nach 11 fast schlaflosen nächten und dem wahnsinn in der klinik kann ich pennen.

mein zustand bessert sich…zwar sehr sehr langsam aber er bessert sich. nach ca 5 wochen sind die hauptschübe des methadonentzuges zumindest teilweise überwunden….diese auf und ab schübe…zwei tage bin ich fit..könnte bäume fällen…dann schlägt der affe wieder mit voller wucht zu…eben diese schübe werden seltener.

ich nehme auch nur noch zwei oxas am tag…eine morgens…eine abends…gelegentlich aber eher selten etwas tramal….die oxas reduziere ich alle paar tage häppchenweise….

ca 6 wochen nach dem ganzen salat klingelt das telefon…mein cheff fragt mich ob ich nicht wieder aushelfen könne…drei leute sind ausgefallen…und er steht ziemlich auf dem schlauch……ich sage zu….erkläre ihm aber das ich noch lange nicht fit bin und noch zwei bis drei tage brauche….überstehe dann die ersten zwei tage auf der atbeit noch mit etwas tramal im kopf…..nur leider gottes ist das zeug am dritten tag alle..ich fahre zusätzlich auch noch die oxas runter…nur noch ne halbe zum pennen..wenigstens mal ne stunde…und das alles bricht mir auf der arbeit fast das genick…vor allem körperlich geht es mir noch immer recht beschissen…teilweise sitze ich minutenlang geschwächt und zitternd im frühstücksraum…muss mich sammeln…aber es hat andererseits auch den vorteil das es mich von dem rumgammeln zu hause etwas ablenkt…und es gibt geld.

in die zeit nach dem entzug platzte zu allem überfluss noch herein das mein adoptivvater nach zwei tagen tod in seiner wohnung gefunden wurde…gestorben an herzversagen durch zu viel alk und tabletten…und meine tante es auf biegen und brechen zu verhindern wusste das ich zur beerdigung kommen konnte…durch meinen teils desolaten zustand hat sie es sogar geschafft mich testamentarisch komplett zu bescheißen…viel war da eh nicht mehr aber na ja…..meine verwandschaft halt…

fünf tage nach meinem adoptivvater starb mein stiefvater im hochsicherheitstrackt in der jva werl an krebs…meine mutter hatte sich ca ein jahr zuvor scheiden lassen..und er verheimlichte die krankheit bis zum ende..und erst sein anwalt klärte uns auf.

auch auf diese beerdigung konnte ich nicht…damit hätte ich einen verwandtenstatus anerkannt und hätte für die begräbniskosten aufkommen müssen. er liegt irgendwo in der gegend um werl..in einem namenlosen grab.

trotz dieser ganzen „tiefschläge“ blieb ich hart..zu mir selbst..und vor allem zu meiner sucht….

was mich nach ca 6 monaten wieder zu fall brachte war eine mischung aus übermut und verzweifelung…ich hatte geld…das wetter war schön..es war samstag..und ich wollte nach einem halben jahr endlich mal wieder schlafen..und zwar mehr als nur zwei stunden pro nacht….hin und her wälzen…übermüdetem rumvegitieren…nach so einer langen zeit ohne vernünftiges pennen und mit schmerzenden beinen…immer noch auftretenden schüben innerlicher unruhe und dem ganzen scheiß der da so dranhängt fühlte ich mich wie frisch aus einem zombiefilm entkommen…und das wollte ich wenigstens für ein mal ändern…nur ein mal 😉

na ja..was an diesem samstag passierte ist und wie es weiterging hab ich im kapitel „das ende einer katastrophe…“ ausführlich beschrieben….

nur so viel…ich habe bis heute keine benzos mehr genommen…und noch ein mal kurz etwas polamidon..ca eine woche lang..in tropfenform..gut das es nicht mehr war…das zeug brauche ich persönlich nicht mehr..nach diesem tanz.

stay tuned

euer druffi

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~ von realflippy - 14/01/2014.

13 Antworten to “ein schrecklich langes ende….methadon und benzos..6ter und letzter teil^^ später frühling/früher sommer 2002”

  1. Meine Güte, man mag sich gar nicht vorstellen mit welch Quälerei das verbunden war…Die „vernünftigen Junks“ , wie der Autor selbst schrieb, hätten sich wahrscheinlich mit Methadon oder H langsam selbst herunter dosiert. Da ist es nur schwer nachvollziehbar warum das „Einteilen“ nicht klappte.
    Auch die Tatsache, dass keinerlei H gekauft wurde erstaunt den Leser. Nachvollziehbar waere es gewesen… Oder war einfach kein Geld da?

    So ein Bericht macht wirklich Angst, Angst vor dem Medikament Methadon….

    Hut ab vor dem Autor, dass er dieses so taff durchgestanden hat!

    Mfg

    • caro…gibt´s eigentlich vernünftige junks…lol.
      mal im ernst…ich war irgendwie nie der große einteiler..egal bei was…hat sich zwar heute n ganzes stück gebessert aber grade bei solch fatalen sachen wie der metha-drückerei..oder auch meinen letztjährlichen fentaexperimenten^^ kommt irgendwann der punkt an dem bei mir die sucht die vernunft einfach totquatscht 😀 aber ich hab halt auch immer hinter den konsequenzen gestanden…also ich hab mich ewigkeiten mit dem metha und den benzos über den jordan geschossen…dann muss ich eben auch mal n paar tage leiden können. das das ganze damals so heftig und langwierig wird hab ich aber ehrlich gesagt nicht erwartet.
      das hat mich dann quasi selber etwas überrumpelt. aber auch scheiß erfahrungen sind erfahrungen…und wenn ich nur draus gelernt habe das ich gewisse meds nicht mehr anfasse..dann hats doch auch wat gutes gehabt. 😉

  2. Da kann man mal wieder sehen, was Metha für ein Teufelszeug ist.
    Es wird echt Zeit, dass sich die Gesetze ändern und jeder mit dem Original Diamorphin entziehen könnte.Bei einem Engpass oder wie es hier passiert, wäre der Entzug nach ein paar Tagen durch.

    Was du da durchgemacht hast und an Willensstärke bewiesen hast verdient echt hohen Respekt.

    • das ist auch mit ein grund warum ich metha nicht mehr anpacke. der ärztetag fordert seit jahren eine änderung bei den vergaberichtlinien wg diamorph und die zulassung von morphin zur substi. auch der gute alte dhc-saft sollte wieder viel mehr beachtung finden…aber den weitblick haben unsere politiker leider nicht. das sieht man auch daran das in der btmvv noch immer die abstinenz oberstes ziel der substi sein sollte..nicht etwa stabilität und ein würdevolles leben. dem bundestag liegen studien (premos und cobra) vor die belegen das in den seltensten fällen die abstinenz ein realistisches ziel ist..seit jahren..es scheitert nur an der umsetzung unserer politclowns. und mit unserer neuen drogenbeauftragten und dem neuen gesundheitsminister bekommen wir nun die nächsten 4 jahre stillstand.

      ob das jetzt so eine willensstärke war..kein plan^^ irgendwie steh ich halt auf extreme..lol…die alternative wäre halt shore gewesen..und ob mir die auf dem höhepunkt vom affen unbedingt was gebracht hätte bezweifel ich..grade der strassendreck wäre wahrscheinlich verpufft.
      zudem wollte ich da wirklich vom metha und den benzos weg…und trotz rückfall nach knapp 6 monaten hat ja wenigstens das auch mal geklappt 😀

  3. Nun seinen wir doch mal ehrlich wie Junkies nehmen unsern Stoff (ob Shore, Metha, Subutex) um einfach zu funktionieren bzw. unsere Persönlichkeit zu stabilisieren. Leute die psychisch krank sind bekommen Neuroleptika um ihre Symtome zu kompensieren und ich denke bei uns ist das nix anderes. Und jeder der drauf ist, hat einfach Angst vor dem Gefühl “ Wie fühle ich mich wenn ich clean bin, wie geht es mir Körperlich ?, Kann ich die Beziehung mit meinem Partner halten ? usw.

    Sucht ist mit Worten einfach nicht zu erklären, wir handeln in diesem Punkt nicht rational, logisch oder bedacht – was aber nicht heißt das man mit allen Dingen so umgeht.

    Das einteilen ist auch immer so eine Sache, ich kenne so gut wie niemanden der die Letzten Tage bevor er wieder zum Doch muss, mit seiner Metha Dosies im Soll ist. Es funktioniert nicht und gerade wenn man Metha ballert will man den Kick. Es soll bummm machen im Kopf, und der ganze negative Scheiß ist mal für ein paar stunden außen vor.

    Ich hatte wo ich im Meha Programm war es so gehandhabt, das ich immer drei Tagen Dosen aufeinmal genommen haben, und die 2 – 3 Tage danach nix. Hatte damals auch tierisch schiss vor dem Affen als ich von Metha auf Subutex umgestellt wurde, Aber da war so gut wie nix. Gut mir ging es die 5 Tagen nicht wirklich prächtig aber ein richtiger Affe war das nicht…. Ich hatte einfach Glück, und das kann einem auch fast keiner glauben.

    Aber das Gefühl des Entzug kennt jeder nur zu gut. Als ich noch auf Shore war und mein Material damals immer in Zürich geholt habe (Schweizer Shore ist wesentlich besser als in Deutschland) kam es auch immer mal wieder vor, das man nix hatte, und der Entzug war höllisch, hätte ich ne Pistole gehabt ich hätte mich erschossen, weil ich diese Schmerzen und Gedanken fast nicht mehr aushalten konnte bzw. wollte.

    Nun gut der letzte Affe liegt schon wieder ein wenig zurück. ich war im Suboprogramm und konnte 200 ml Pola erwerben die ich dann so in 9 tagen platt gemacht habe…… Puh da habe ich wieder gesehen was für ein Dreck Zeug das Metha ist, dieses Scheiß schwiten, völlig verpeilt und Schlafstören weil man so dich ist “ Stand nachts aufeinaml in der Küche und bin gegen die Wand gleaufen (keine Ahnung wo ich herkam, ob ich geschlafen habe oder ? Auf jeden Fall stand ich auf einmal in der Küche und hatte höllische schmerzen.

    Nun gut, als das Metha zu ende ging, habe ich drei tage gar nichts genommen und mein Subutex vorrat hatte ich natürlich angespart. Aber an diesem dritten Tag ohne was, dachte ich ich fühle mich nicht so gut, und wollte mich noch schnell einen Druck Subutex machen bevor es zur Arbeit ging……..

    Ein böser Fehler……

    Schon beim reinlassen fühlte es sich an, als würde ein Zug einfahren, ein Zug Richtung Hölle und ohne Ausstieg. Ich merkte sofort wie es mir beschissen ging. Schnell taumelt ich aus dem Haus zu meiner Arbeitstelle (im gleichen Haus) Nur kurz rein meiner Cheffin gesagt das es mir beschissen geht und ich nicht arbeiten kann, und schnell wieder zurück in meine Wohnung, mir war kotz übel und ich zitterte, ab aufs Klo – Durchfall- wärhend dessen Übelkeit, also runter von der Schüssel und ins Klo gekotzt. Dann wieder durchfall. Irgendwann kroch ich dann zurück auf mein Sofa und legte mich zittern wie Espenlaub hin. Ich war nicht mal in der Lage mir eine Flasche zum Mund zu führen um etwas zu trinken, die hälfte verschüttet ich, weil ich zitterte wie ein beklopter – kurz musste ich lachen…unglaublich nicht mal trinken geht….. aber zu lachen war mir nicht zu Mute. Dann fingen die Krämpfe.. Dennoch döste ich immer wieder kurz weg, weil ich so geschwächt war… Und Gottseidank hatte ich nicht die tierischen Rückenschmerzen wie ich es sonst kannte. Eine bequme Position beim liegen zu finden war unmöglich und so wimerte ich vor mich hin. Das ganze ging ca. 24 Stunden dann war der Spuck fast vorbei. Zwischendruch kam ich auf die Idee Subutex nachzulegen, aber das war keine gute Idee sofort ging es mir schlechter weil wohl noch mehr Methadon vom Rezeptor verdrängt wurde. Nun gut nach 36 Stunden war alles vorbei. Vollgeschwitzt und stinkend ging ich erst mal duschen.

    In der Zeit hatten mehre Leute bei mir geklopft und angerufen, meine Affäre mit der ich mich eigentlich treffen wollte stand auch vor der Tür. Aber ich öffnete nich (Die weiß bis heute nix von meinem Konsum) und hätte die mich so gesehen das wäre der schock des Lebens gewesen. Aber in diesem Moment des Affens ist man sich selber einfach der nächste. Alle anderen Ineressieren einen nicht mehr….. Nun das war dann wohl ein sogenannter Turbo Entzug, der nicht schön war. Ca 2 Wochen danch, obwohl ich wieder Subutex nahm ging es mir nicht richtig gut, der Kopf war leer und man fühlte sich absoulut nicht wohl……

    Gut schlafens Zeit jetzt.

    Mal ein kleiner Schwank aus meinem Leben. Und ja es gibt auch Junkies die in der Gesellschaft funktionieren. Von mir weiß so gut wie niemand was ich treibe. Ich gehe regelmässig Arbeiten und bin sozial integriert. Selbst meine Freundin mit der ich seit 2 Jahren zusammen bin weiß nix von meiner Sucht bzw. sie weiß das ich vor Jahren mal drauf war., warscheinlich wundert Sie sich immer warum ich morgends und Abends so lange auf dem Klo bin (Drücke mir mein Subutex) aber sie merkt nix. Sie denkt wohl nur das ich immer den Wasserhahn zum pinkeln laufen lasse. Dabei brauch ich nur warmes Wasser für meine Pumpe.

    Klar ist es nicht toll jemanden zu belügen, aber ich habe die Erfahrung gemacht das es besser ist wenn keiner was weiß. Warst du früher Alki und die Leute auf deiner Arbeitsstelle wissen davon wird man ganz anders beurteilt. Bist du mal länger krank oder siehst fertig aus, heißt es gleich der hatte einen Rückfall oder oder oder.

    Bei meiner Freundin das gleiche die raucht nicht und trinkt nicht, und von sucht versteht sie überhaupt nix. So wie viele denkt sie die Leute sind doch bescheuert die sich drogen spriten, und wenn man den Wille hätte kann man doch aufhören, aber so denkt wohl jeder der nie betroffen war…….

    Aber überlegt man mal für 5 Minuten und schaut sich in Russland die Leute an die sich Desomophin (Krokodil) spriten, obwohl man weiß das die Haut davon verfault und es zu Ambutationen kommen kann, machen es die Leute dennoch…… das ist eben Sucht ! Rational und Logisch nicht zu erklären.

    Liebe Grüße an alle Leidsgenossen und die die es über die jahre geschafft haben korrekt zu bleiben.

  4. Heroin kommt aus der Hölle, Methadon direkt vom Teufel.

    Hut ab vorm Durchstehen..

    • hmm..kam heroin nicht aus varresbeck…aber irgendwie ist das ja auch die hölle…

      btw..das durchstehen hatte zumindest den vorteil das ich vom metha und den benzos weg bin..und das nun seit ca 12 jahren…von meiner opiodsucht hat es mich nicht befreit….aber das ist für mich auch ok…

      lg

      vom druffi

  5. Hi Flippy,

    das war Hardcore…und Seelenstriptease.
    Hut ab und danke, das Du uns daran teilhaben lässt.
    Wo steckst Du eigentlich? Machst Dich so rar…

    Sei umärmelt von Lämmi

    • hey lämmi 😉

      ich bin zur zeit echt ausgepowert..muss diese woche noch durchziehen mit der mallocherei und dann erstmal zwei wochen gammelurlaub…seit juli letztes jahr^^ dswg. bin ich auch ziemlich forenabstinent…momentan ist die luft einfach raus

      umärmelung ist angekommen und wieder auf dem rückweg 🙂

      glg

      flippy

  6. Ich hab den Artikel von dir jetzt erst gelesen hab mich weggeschmissen vor lachen es hat mich auch nachdenklich gestimmt ich biin schon seit 20zig Jahren dabei von Methadon auf subuxone Arzt gewechselt dann immer noch subuxone ich wurde depressiv es ging ins Krankenhaus ein Fehler von mir versuchte Psychotherapie zu machen ohne Erfolg. Ich ging zum Arzt und fragte nach einer Umstellung .jetzt bin ich auf 2ml polamedon mein Kopf spielt nicht mit hab das Gefühl schon wieder depressiv zu werden nicht gut.Ich werde in eine Grössere Klinik gehen.Ich hoffe das diesmal alles klappt. Meldet euch zwecks Erfahrungsaustausch. Gruss jule

    • Hey
      Bin jetzt n bisschen zu müde um ausgiebig zu antworten und muss auch früh raus.
      Antwort folgt relativ bald . ..oder so.
      Bis dahin liebe grüße vom total übermüdeten druffi ☺

  7. Ich bin nicht allein…

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