bauchlandung mit metha und benzos teil 2 entgiftungsversuch inner klinik…..spätherbst 2001

was jetzt…der futzi vom amt hatte mir zu verstehen gegeben das ich mich relativ zügig in eine suchtspezifische klinik…dat klingelt mir heute noch in den ohren…begeben solle und ich solle möglichst bald eine therapie machen..jubel…

ich hatte mich jahrlang um so eine scheisse herumgedrückt…und nun schiebt mich das gottverdammte arbeitsamt aufs abstellgleis..fuck.

zu erst waren aber noch andere sachen fällig…meine bessere hälfte chrissi musste selber in eine thera wg ihrer alkoholsucht…auch auf drängen des lustigen amtes für erwerbslose…irgendwie ging mal wieder alles den bach runter.

sie hatte schon eine entgiftung hinter sich..trank aber wieder…und musste nun in die thera…eine klinik für alkohol- tablettensucht..ein teil der klinik kümmerte sich noch um menschen die probleme mit ihrem essverhalten haben…und die klinik lag an einem wunderschönen kanal…bzw das kaff wo die klinik war..n gemütlicher ort und wie ich sehen konnte ne gemütliche klinik…in die ich meine lebensgefährtin nun bringen musste….

also fuhren wir die ca 200km in richtung klinik…auf der fahrt vernichtete chrissi so viel alk…ich hatte wirklich sorge sie kommt nicht mehr lebend dort an…aber wie immer schafften wir es beide in halbwegs lebendigem zustand..sie mit ca 3promille und ich mit ner ziemlichen methaklatsche..sonst hätte ich das alles wahrscheinlich nicht ertragen.

ich musste chrissi stützen damit sie es noch bis zur anmeldung schaffte…

nach zwei gestammelten sätzen ihrerseits wurde sie in einen rollstuhl verfrachtet und auf die entgiftungsstation der besagten klinik verfrachtet…gott sei dank hatten die sowat..sonst hätte ich sie gleich wieder in die karre setzen können und richtung heimat mitnehmen müssen.

ich saß noch kurze zeit an ihrem bett..versuchte sie etwas zu trösten…bis die pfleger und ärzte mich drängten doch so langsam mal in richtung ausgang zu verschwinden…also verabschiedete ich mich…und machte mich auf den langen heimweg…mit mehreren stops zwischendurch um mir…ca alle 50 km noch etwas methadon zu drücken.

in bielefeld überlegte ich kurz ob ich mir noch etwas shore kaufen solle..aber irgendwie hatte ich absolut keine lust auf das szene-gerenne…also weiter richtung heimat.

kurz hinter paderborn noch schnell zwei oxas in die rübe um die einsamkeit zu verkraften….da ich die strecke kenne wusste ich auch wie viel zeit mir noch bleibt bis die oxas einschlagen…und dann war diese merkwürdige reise endlich zu ende.

zu hause rauchte ich mir noch ein pfeiffchen und knallte mich mit laufender glotze auf das sofa..irgendwann schlief ich ein.

irgendwann in den frühen morgenstunden wachte ich zitternd und total verplant auf dem sofa auf…mache mir den nächsten schuss fertig..finde meine vene nicht auf anhieb und popele ne geschlagene viertel std in meinem arm herum bis ich blut ziehe…rauche mir noch einen..koche kaffee und warte bis der zeitpunkt gekommen ist in richtung meines docs aufzubrechen.

erzähle irgend ne scheiße warum mein metha schon wieder alle ist und dann quatsche ich mit ihm über meine gezwungene idee in ne entgiftung zu gehen…er ist begeistert^^.

also überweisung ausgestellt…telefonnr. rausgesucht und ab nach hause…ich soll da mal anrufen.

gesagt getan..doch mir wird erst einmal der wind total aus den segeln genommen..

ich erkläre mein anliegen..und die freundliche person am anderen ende der leitung erklärt mir das ich die nächssen wochen mindestens ein mal pro woche dort anrufen muss um mich nach nem freien platz zu erkundigen..was soll denn der mist…aber egal..komme ich wohl nicht drumherum

die zwischenzeit nutze ich noch dafür um meinen frustkonsum noch etwas in die höhe zu jagen…es gab tage in denen ich mir alle drei stunden mind.5 ml methadon in die vene drückte..meinen benzokonsum verdoppelte und dazu noch 2 fl wein trank…bekifft bin ich eigentlich rund um die uhr…..aber scheiß drauf..ich werde ja beld sauber sein…schmunzel

nach ca 2 wochen erzählt man mir das ich am montag der darauf folgenden woche mit der entgifte anfangen kann..prima.. es geht voran..klamotten in die reisetasche und ab..meine mutter fährt mich in die ca 20 km entfernte klappse und los geht’s.

aufnahmegespräch….was haben sie alles schon genommen???? na ja..so einiges..ich zähle auf was mir grade so einfällt..hoffe das ich nix vergessen habe..punkt abgehakt..

mir werden die regeln erklärt..ich befinde mich auf einer weitesgehend geschlossenen station..also kein ausgang alleine..am begleitprogramm ist teilzunehmen..egal ob man kotzend über dem klo oder mit suchtdepris im bett liegt….drogen sind natürlich verboten..es gibt keinen besuch..fertig.

das erste wirkliche problem sind die verdammten uk´s unter sicht. Ich kann in einem 2m² großen kabuff mit einer pflegerin oder einem pfleger direkt vor meiner nase nicht seichen..egal ob der oder die sich herumdrehen oder das wasser läuft oder ich barfuß auf kalten und vollgepissten fliesen stehe oder sitze und mit geschlossenen augen versuche einen becher zu treffen….auch nicht wenn ich alles kombiniere…..mir fällt es bei der dosis metha eh schon schwer genug zu pinkeln..aber das ist absolute qual.

ein paar pfleger hatten ein einsehen und nach kurzer körperkontrolle durfte ich den becher alleine füllen..andere waren die spanner in person und irgendwie war ich verwundert das sie mir nicht noch den becher halten wollen..oder andere sachen die man zum pinkeln benötigt……….es war einfach eine morgendliche folter..täglich..und wenn man bis 11:00 seine uk nicht abgegeben hatte läuft man gefahr aus der entgiftung zu fliegen…man könnte ja einen drogenkonsum verschleiert haben…ok denk ich..wie kommt in eine so abgeschlossene station überhaupt jemand an drogen…es dauerte nicht lange und ich wusste es.

die tage plätscherten so vor sich hin….das metha und die oxas wurden gesplittet und die erste woche ging es mir blendend….es nennt sich ja warmer entzug..das bedeutet das die meds ausgeschlichen werden…gut dachte ich….zwei drei wochen dann ist der spuk vorbei..kannte das ja vom heroin..vom codein..aber nicht vom metha in verbindung mit oxazepam.

mit den leuten konnte man zurchtkommen..die pfleger waren ok…das essen auch….also beklagen kann man sich wirklich nicht.

natürlich kommt es in einer entgiftung immer mal zu nervproblemen…das ist aber auch normal wenn n haufen junks in richtung null ihrer opiod-dosis kommen…ohne aufsicht würde das wahrscheinlich im massenmord enden.

ab mitte der zweiten woche merkte ich deutlich das runterkommen…ich schlief schlechter ein..bekam unruhige beine…wurde lustlos und gereizt..aber man konnte das alles noch aushalten….

da mein abwehrsystem ziemlich auf null gefahren war bekam ich zu dieser zeit natürlich ein wahnsinns erkältung…mit vereiterten nebenhölen…husten bis aufs blut….das ganze programm eben.

an diesem punkt merkte ich erst wie regelsturr das personal und die ärzte in den kliniken sich verhält…sätze wie trinken sie mal nen tee und machen se mal n erkältungsbad klingen mir heute noch im ohr…und das in einer phase in der es mir entzugstechnisch immer beschissener geht und mir dukelgelber eiter aus der nase läuft..ohne das ich mich dafür überhaupt anstrengen musste…

aber glaubt nicht das der arzt mich vom sport oder einer therapeutisch wichtigen sitzung befreit hätte…nein….also durfte ich mich mit meinem geschneuze und mir fieber im jogging-anzug über das halbe anstaltsgelände quälen um in einer total unterkühlten turnhalle badminton zu spielen…das die halle vor schwitzen nicht abgesoffen ist halte ich heute noch für ein wunder..so lief mir die brühe aus jeder pore…gott sei dank zeigte die pflegerin die uns begleitete hatte erbarmen und sagte ich solle mich einfach setzen..und sie würde das jetzt in die hand nehmen das ich meds bekommen würde.

zurück auf station und nach einer heissen dusche bekam ich dann endlich medikamente gegen meine erkältung und meine eiternde birne…nach drei tagen qual und kotzen…

nach ein paar tagen ging es mir wieder etwas besser und ich war sogar in der lage den nächsten schritt für die auflagen der arge zu unternehmen..ich holte mir einen termin bei der sozialarbeiterin und suchte mir eine therapie-einrichtung aus…

eigentlich fasste ich eine klinik in der nähe von wiesbaden ins auge…als alternative schrieb ich noch eine klinik in der nähe von ks auf den antrag….das sollte sich ein paar monate später als fehler herausstellen…aber dazu später mehr.

ich bekam nur am rande mit das sich im raucherzimmer einige leute darüber unterhielten wie man heroin hier auf die station bekommen könnte….irgendeiner hatte die idee schnürsenkel zusammen zu binden..wir befinden uns ja schließlich im zweiten stock…um mit einem schuh als lastenaufzug das h durchs fenster in die klinik zu bekommen…die idee wurde basisdemokratisch für gut befunden und am nächsten tag lief die sache…n typ der vor zwei tagen entlassen worden war wurde angerufen..es wurde eine menge vereinbart und abends versammelten sich zwei leute in meinem zimmer und alles klappte wie am schnürchen ( klasse metapher für die aktion)…wir bastelten zwei aufzüge..in dem einen lag das geld….in den anderen wurde von unten das heroin gepackt…und gleichzeitig wurde der eine schuh runter gelassen..der andere heraufgezogen…ein pfleger der zufälligerweise draussen vorbei kam sah nix von der ganzen geschichte und verscheuchte nur noch den typen vor dem fenster weil er dachte wir würden etwas planen…und nicht das wir es schon längst vollendet hatten^^

drei tafeln schokolade hatte ich mir in weiser vorraussicht organisiert…um eine notfallfolie zu haben…und nachdem wir den kram aufgeteilt hatten zog sich jeder der teilnehmer irgendwohin zurück und konsumierte sich für ein paar std. gesund….

erst nach dem blech kam uns natürlich in den sinn das wir ja tägliche uk´s abgeben mussten…na ja..wie die sucht einem das hirn verballert kennt man ja…

glücklicherweise wurden trotz aller abgegebenen uk´s nur stichproben gemacht…und die pfleger waren so freundlich die röhrchen mit den namensaufklebern in einem becher in einem kleinen an der wand hängenden regal aufzubewahren…bedeutet das man beim pinkeln sehen konnte ob man kontrolliert wird oder nicht…na ja..wir hatten alle man ein riesen glück..in den nächsten tagen stand keiner von uns 5 auf der liste.

das diese immense heroin nur eine kleine pause vom entzug war konnte ich für mich ja schon abschätzen..aber da ich nun in den unteren mg bereich kam ging es mir jeden tag etwas beschissener….schlafen war gar nicht mehr..bewegen ging so grade noch…das scheisshaus wurde mein bester freund.

um mir wenigstens etwas schlaf zu gönnen verordntete mir der stationsarzt für die nacht zopiclon…da ich das bis dato noch nicht kannte wurde mir erklärt ich solle die tabletten auf der bettkannte einnehmen und mich SOFORT schlafen legen…nöö..ich rauch noch eine..ich bin doch tabletten gewöhnt….der pfleger verdreht die augen..na ja..aufhalten kann ich dich ja eh nit…sprachs und grinste.

kaum hatte ich mir die kippe angezündet fallen mir die augen zu und ich bin nicht mehr in der lage auch nur einen normalen satz zu stammeln…das zeug wirkt ja wirklich noch..und mal abgesehen das ich nen geschmack in der fresse habe als hätte ich den halben tag aluminium gelutscht fühle ich mich blendend verballert.

zwei mitpatienten und der pfleger schleifen mich ins bett…und kaum liege ich geht trotz der tabs das rls wieder los..ich hab keine ahnung wohin mit meinen beschissenen beinen..abhacken könnte ne alternative sein aber wo bekomme ich hier und zu dieser uhrzeit eine axt her….

aus versehen trete ich mein regal über dem bett..zwei verbundene bretter..aus der wand…und versuche das in meinem ziemlich durcheinandergebrachten zopiclonkopf wieder aufzuhängen…der pfleger steht an der tür und beobachtet mich…grinsend wie ein pfannekuchen….

irgendwie schaffe ich das dingen wieder an die wand und schlafe kurz darauf ein…und durch.

wow..der hangover ist zwar nicht zu verachten..der kaffee schmeckt morgens wie ein stahlwerk..aber ich war relativ erholt.

im großen und ganzen zog ich die 4 wochen entgiftung bis zum cleanschein durch….meine mutter holte mich ab und fuhr mich nach hause…

ich dekte mich am nächsten tag bei meinem doc mit zopiclon ein…das stand sogar auf der empfehlung aus der klappse….und war erst mal relativ happy wieder zu hause zu sein.

oma hatte mir sogar etwas kohle überwiesen…damit ich wieder flüssig bin und nicht nach der klinik pleite zu hause sitze…

das problem…in der klinik hatte ich leute um mich rum..man konnte quatschen…es war immer jemand im raucherzimmer oder irgendwo am rumwuseln…zu hause trifft dich das alleinsein wie ein schlag in die fresse……komisch..früher war ich gerne alleine..hab lieber wochenlang in meinem bett gelegen..tv geglotzt..gelesen..mukke gehört…mich geplättet.

momentan kotzt mich das alles nur noch an…ich bin klar im kopf…das war ich seit jahren nicht mehr…

die entgifte hatte mir zwar auf mein drängen ne adresse von nem psychater mitgegeben…mir dort einen termin besorgt…notfallnr von ner dropse hatte ich auch in der tasche..aber irgendwie war ich gar nicht in der lage ne ordentliche konversation zu führen…geschweige denn dem psycho zu erklären was ich eigentlich von ihm wollte..ich wusste es selber nicht..was wollte ich eigentlich.

das gute an der entgiftung war..das ich nun wusste wo es in welcher stadt hier im umkreis die beste shore gab…und in absoluten gedanken über mein unzulängliches klar im kopf ich ziehe ich mich an..nehme etwas geld…so ca 200DM..schleppe mich ins auto…fahre an die tankstelle…tanke n bissel benzin….schleppe mich weiter mit meinem auto in richtung pb…würge mir bei mc n burger in den magen..ich brauche ja n fundament für mein vorhaben…parke und latsche gemächlich richtung busbahnhof…

ein tropfendort treffe ich prompt auf nen typen der zwei tage vor mir die entgiftung verlassen durfte….

wie ferngesteuert quatsche ich ihn an wo es shore gibt und er zaubert ne plombe aus der tasche…

ich setze mich am busbahnhof auf eine bank…mir ist es auch ziemlich egal ob da irgendwo leute oder die cops rumlaufen…packe meine vorbereitete alufolie aus und rauche in aller ruhe n blech…nehme mir vor das es..mal wieder..ne einmalige aktion ist…und kaufe mir von meinem restgeld noch ne etwas größere menge für zu hause…einmalig..ja klar…

ich schaffte es in 3 tagen die 600DM die mir meine oma zugeschickt hatte nur für heroin..benzin und burger zu verballern…nutzte den grade halbwegs ausgeglichenen dispo meines kontos bis zum erbrechen aus….und war auch so wieder absolut in der geldmach maschine drin…

an tag 5 sitze ich beim doc und jammere ihm einen vor das ich es nicht geschafft hätte und wieder mein methadon bräuchte…der doc schmunzelte..und gibt mir meine wochendosis die ich vor der entgifte bekam ohne nachfrage mit…

zur sicherheit ließ ich mir gleich noch n rezept oxas aufschreiben..fahre an meinen fixerplatz in einem feld nahe der praxis meines arztes..und schieße mich gesund.

welcome back mr opiod…so schnell werde ich dich anscheinend nicht los….aber eigentlich schön das du wieder da bist……

fortsetzung folgt….

stay tuned

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~ von realflippy - 08/07/2013.

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