bauchlandung….methadon und benzos teil 1……frühling/sommer 2001 (der erste entgiftungsversuch)

wie ich ja schon berichtete bekam ich irgendwann vor etlichen jahren methadon…ich hatte mich immer dagegen gewehrt…war mal mehr mal weniger zufrieden mit dem dhc-saft…hatte nen lockeren doc…die uk´s usw konnte ich an einer hand abzählen…..ich bekam meinen job auf die reihe…die shore wirkte noch..auch mit codein…und ich hatte meine grundversorgung…das war zu dieser zeit mehr als wichtig.

mein weg zum methadon steht ja schon im kapitel „neue bude….“ drin…also schreib ich das jetzt nit mehr doppelt gemoppelt auf.

aber es ging ja weiter…

nach meinen ersten versuchen das zeug zu drücken..noch in ganz geringer dosierung…ging der spaß los..zuerst war es mal soweit das ich zusehen musste das ich mehr bekomme als die vorerst festgelegt dosis von 5ml…für die rechenexperten..es war 1%iges metha…

da ich sofort take home bekam…wie fast jeder der bei dem doc in der substi war..konnte ich also getrost dort auftauchen und ihm nach ner woche erzählen das es nicht reicht….ich teilte mir die 5ml sogar noch auf…und mir jedes mal für 2-3ml die arme zu zerstechen lohnt ja auch nit..also gleich mal 3ml in die höhe.

das lohnt sich dann schon eher…ich bin zwar erschrocken das ich total  schussgeil werde…aber irgendwie ist es ja logisch…vollgepumpt mit metha wirkt heroin nicht mehr sonderlich gut…das zeug macht zwar irgendwie platt..aber vernünftig kicken tut es och nit…beim saft..der zu dieser zeit noch ziemlich hochprozentig war merkte man die wirkung noch irgendwie..zwar auch nit mehr so wie anfänglich…aber er ist halt irgendwie näher am heroin-feeling dran…das metha dämmt einfach alles…und n richtigen kick gibt’s halt nur wenn man es drückt…ist zumindest bei mir so..gewesen^^.

es ging ziemlich stupide so weiter..bis ich…das erste mal…bei  ca 12-15ml angekommen war…und in absolut lethargische suchtdepris verfiel….aber was soll´s…es gibt ja benzos…und ich hatte zu dieser zeit n absoluten freibrief auf oxazepam…ich konnte mir 1x alle zwei wochen bei dem einen doc n rezept abholen….in der nächsten woche bin ich zu nem anderen doc…anderes bundesland…und habe mein nächstes oxa-rezept bekommen…dazu kommt das mein adoptivdad oxas bekommt und meine oma rohypnol…und da fallen..wenn ich sie besuche..immer ein paar durch zufall in meine hände.

in der zwischenzeit lernte ich meine jetzige freundin chrissi kennen…sie war zu der zeit in der hochphase ihrer alkoholabhängigkeit…hatte grade freund und job verloren und einen autounfall hinter sich….es war alles in allem eine absolute tiefphase….bei ihr und bei mir.

ich versuchte nur kurz meinen zustand vor ihr geheim zu halten…hätte eh nicht lange funktioniert…als mir irgendwann ihr stadium klar wurde..welches bedingt durch alk auch ziemlich rosig war..packte ich aus…sie war begeistert…aber irgendetwas hielt uns zusammen….

was mein eigenes befinden zu dieser zeit angeht…nun ja…ich schlief überall ein…auf der arbeit..in zügen…beim fernsehen…wenn ich denn mal auto fuhr schlief ich auch da ein….was mitunter einige kritische situationen auslöste….aber als junk ist man kritische situationen ja eh gewöhnt…und gott sei dank ist nie was schlimmeres passiert.

das problem aufm dorf ist halt…bei aller ruhe die mich auch immer wieder in ländliche gegenden gezogen hat…es ist alles verdammt weit auseinander…der substidoc ist 25km entfernt…ich arbeite nachts..bus und bahnverbindungen sind…mhhh..nicht der rede wert…obwohl die bahnlinie mit haltepunkt direkt am dorf vorbeiführt….und daher bin ich irgendwie schon aufs auto angewiesen…es ist halt auch so das trampen nicht mehr so in mode ist und kaum noch jemand anhält…..dswg ist auto hier in der ecke unverzichtbar.

(und bitte erspart euch diese „verantwortungslos“ kommis…ich weiss das ich ein schlechter mensch bin…lol)

also..da mir die komischen nebenwirkungen ziemlich auf den sack gengen beschloss ich..mal wieder..meine opiatsucht hinter mir zu lassen…und wie immer hatte ich die rechnung ohne den wirt…bzw ohne überhaupt etwas gemacht.

ich kannte das abspecken ja vom heroin…vom codein…aber nicht vom methadon…aber ich sollte es bald kennenlernen…mehr als mir lieb ist…..guter dinge nahm ich mir ne woche urlaub…klärte alles mit meiner besseren hälfte..was bedingt klappte…das merkte ich daran das sie mir was leckeres zu essen machen wollte.. sauerkraut und rippchen…sie verstand nicht das ich…affig für zehn..schon beim geruch des sonst leckeren gerichtes kotzen musste wie ein wasserfall..na ja^^……organisierte mir was zu kiffen…oxas in unmengen…und los geht’s…

nun wirkt methadon ziemlich lange…das bedeutet man nimmt morgens noch was…und irgendwann am nächsten tag gegen mittag geht der tanz erst richtig zur sache…und wird immer heftiger…ok..nun war ich einiges gewohnt…aber beim metha-entzug..kalt…von dieser menge…da wirken auch kaum noch benzo-dosen die sonst pferde für ne woche auf eis legen würden..das sollte ich auch relativ schnell erkennen…250mg…350mg…450mg oxazepam..und der herr flippy liegt immer noch fahrradfahrend im bett..zuckend wie ein sterbender fisch und wimmernd wie ein kleines kind..

nee…so nicht..nach ner guten woche ist immer noch keine besserung in sicht…das pack ich so nit…..also auf zum onkel doc…dem einen erzählt das ich versuchen will den entzug mit dhc-saft abzufangen…und wieder raus aus der praxis mit nem btm rezept..ab in die appo…ich schaffe es kaum noch mein geld aus der tasche zu suchen…verdammt geht´s mir kacke…nach gut 15 langen minuten ist die plörre endlich angemischt…eine der vielen längsten viertelstunden meines lebens…ich kippe mir vor den entsetzten augen der appofrau 4 volle verschlusskappen in den hals und taumel vor die tür…ich brauche ne kippe….lasse mich auf den beifahrersitz fallen und warte…und warte..und warte..die unruhe verschwindet etwas..die magenprobs flachen leicht ab…aber sonst tut sich…nüx….scheiße.

irgendwann auf dem heimweg kehren so langsam meine lebensgeister wieder zurück…hilft also doch n bissel….wenigstens mal ein tag pause vom abspecken…zu hause verbunker ich den saft in meiner wohnung..und ziehe mich zurück in chrissi´s wohnung..praktischerweise wohnen wir im gleichen haus…sie oben..ich unten…da hab ich´s nit weit^^

der dhc saft wirkt leider…oder gott sei dank…nicht so lange wie das methadon…und so geht es mir…nachdem ich mal ein paar std linderung hatte am späten nachmittag schon wieder richtig blendend…aber das bekomme ich..glücklicherweise…mit zwei-drei oxas wieder in den griff…gehe ins bett..kann sogar..relativ zügig…wieder mal schlafen…nur um irgendwann….mitten in der nacht total vermatscht von den tabs aber schweißgebadet und zitternd wie espenlaub wieder zu erwachen…..taumele wie besoffen durch die wohnung….gehe wie ferngesteuert runter und suche die pulle saft, die ich vor ein paar stunden irgendwo in meiner bude versteckt habe..und anscheinend auch noch relativ gut versteckt habe…scheiß oxas..irgendwann vergesse ich noch meinen namen auf den dingern….irgendwie find ich die flasche..unter meinen klamotten…trinke 2 kappen..die ich mit zitternden händen versuche möglichst verlustfrei vom tisch bis zum mund zu befördern..gelingt mir nicht wirklich…scheiss drauf…schlürfe ich den rest halt von der tischplatte ab…und warte auf die wirkung…

die wirkung bleibt so gut wie aus….nächste dummheit…da meine gedanken ziemlich vernebelt sind komme ich auf die gloreiche idee mir den saft zu drücken…was natürlich noch weniger bringt als ihn zu saufen…aber klare gedanken sind grade n absolutes fremdwort für mich….ich schlage alle warnungen von wegen shake usw in den wind…sirup ist och im metha..also who cares.

irgendwo finde ich noch ne 20ml gun…befüllt verzerrtziehe mir 15ml saft in die quetsche..binde mir den arm ab..treffe sogar ne vene und drücke ab…aua…brennt wie feuer…irgendwie hab ich grade keine ahnung was mich wechbrezelt..der gesoffene saft..die tabs..der affe selbst..oder knallt der fucking saft doch beim spritzen…was eigentlich unmöglich ist…egal..irgendwas nimmt mir die unruhe und das ist momentan positiv zu werten…ich lasse die pumpe auf den boden fallen…blut läuft an meinem linken arm herunter..ich bin zu fertig mir die einstichstelle zu verarzten…ist mir momentan auch relativ egal…schleppe mich aufs sofa und greife nach meiner versteckten schwarzen keramik-wasserpfeiffe…rauche mir 2 köpfchen…bekomme einen hust und würganfall..renne aufs klo und kotze…hoffentlich hab ich nicht den saft ausgekotzt…aber da es ca 30min her ist das ich ihn genommen habe habe ich hoffnung das er nicht rückwärts in der toilette gelandet ist….entzugsparanoia pur…irgendwie läuft das alles total aus dem ruder…fuck

nach einer weiteren..quälenden woche entzugs rauf und runter gebe ich mich geschlagen…fahre montags zum doc und bekomme meine offizielle höchstdosis (15ml/tag) für ne ganze woche mit…nur um mir freitags noch nen nachschlag zu holen…fragt nicht..der doc war so…zu fast allen…wenn man es verballert hatte gab´s n paar ermahnende worte und dann konnte man sich die nächste ladung holen…oder man erzählte ihm irgendeinen quark..und bekam sein methadon…und das habe nicht nur ich zu dieser zeitabsolut ausgenutzt.

das nächste problem was sich ergab war die arbeit…auf solchen dosen vernünftig zu malochen ist absolut unmöglich..zumindest für mich…ob es jetzt am metha oder den benzos lag…ich war jetzt so im durchschnitt neben den 15-18ml metha und mehr am tag auch bei 250-350mg oxazepam täglich angekommen und kaum noch als mensch zu betrachten..zombie war zu dieser zeit eigentlich zutreffender.

nach dem ich in 6monaten mindestens 10 wochen krank geschrieben war setzt mir mein boss die pistole auf die brust…entweder ich ändere was oder ich solle kündigen wenn ich nicht mehr will…ich antwortete mit der nächsten krankmeldung…begebe mich in richtung lungenfachklinik..lasse mich auf allen scheiss testen..und renne mit ner empfehlung des arztes aus der klinik..in der stand das ich wg ner allergie und asthma nicht mehr in meinem job arbeiten solle…..ne kopie davon bekommt mein (ex)boss inklusive kündigung und kurz darauf stehe ich beim amt und melde mich arbeitssuchend…quatsche mit den sachwillis schon über ne umschulung…und freue mich das ich die halbe welt gelinkt habe…tja..und mal wieder..zu früh gefreut^^

als erstes steht mal ne untersuchung beim amtsdoc an…mir egal..ich hab ja n schein aus der fachklinik..hehe..denkste herr flippy…der prüft mich auf herz und nieren…grade als ich denke ich hab´s geschafft dreht sich diese dämliche kreatur in seinem kittel zu mir um und fragt mich was ich denn da an meinen armen gemacht hätte…scheisse…ich stammel was von katze und krallen..er verdreht die augen und will ne uk…mist…ich erzähle ihm das ich grade vor der untersuchung pinkeln war und jetzt nicht kann…er gibt mir n termin zur uk für die nächste woche und verabschiedet sich…mist..ich könnte nur kotzen…

ne woche später dann abpissen beim arbeitsamt….das ergebnis war eindeutig…zwar ausser thc nix illegales..aber der typ vom amt lässt sich auf keine debatte von wegen substi und stabilisierung usw ein…als er merkt das er ohne druck nicht vorwärts kommt haut er mir meine kifferei um die ohren…das sind ja drogen und auf sowas kann man eh nit arbeiten…ich soll in ne entgiftung..n halbes jahr in ne thera..vorher gibt es keine umschulung und wenn ich mich dagegen stelle gibt’s auch keine kohle mehr…arschloch^^…

somit war jedes gesteckte ziel für den allerwertesten…und der richtige absturz konnte beginnen…mal wieder….

fortsetzung folgt ^^ 😉

stay tuned

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~ von realflippy - 21/05/2013.

4 Antworten to “bauchlandung….methadon und benzos teil 1……frühling/sommer 2001 (der erste entgiftungsversuch)”

  1. wenn ich in deinem blog lese kommt es mir manchmal vor als spiegelt sich mein leben darin.
    mach weiter so.ich finde deine tragik und deinen humor toll.
    loretta

  2. 21 .05 ich sehe re. und li ins Bild , mir fehlt die Mitte , dir auch ? werden wir sie finden , oder wedern wir sie immer weiter suchen …..

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